
Die vier Flutlichtmasten weisen den Fußballenthusiasten schon von weitem den Weg ins traditionsreiche Stadion Bremer Brücke. Mitten im Wohngebiet gelegen befindet sich das englischste Stadion Deutschlands Tür an Tür mit der Nachbarschaft. Im Stadion selbst sind die Fans des VfL Osnabrück so nah am Spielgeschehen, dass es während des Spiels kaum jemanden auf seinen Plätzen hält. Der Erhalt dieser einzigartigen Atmosphäre und des besonderen Charakters, die strengen Auflagen des Linzensierungsgebers, die Umsetzung im Wohngebiet und nicht zuletzt die Einhaltung des Bebauungsplans von 1969, machen die Stadionsanierung zu einer Herausforderung, der wir uns sehr gerne stellen.
Wo heute ca. 15.500 Zuschauer Platz finden, sollen in Zukunft rund 17.300 Fans unter modernsten Bedingungen zusammenkommen. Während die Nordtribüne erhalten bleibt, werden alle anderen Tribünen neu errichtet. Die Heimkurve Ost mit 7.400 Stehplätzen wird zukünftig über Treppenhäuser von oben erschlossen – bewusst „mundlochfrei“ – hierdurch wird die Kurvenstruktur der Ultras stimmungsvoll verdichtet. Die Westtribüne wird die neue Heimat der Aktiven. Die Spieler laufen so von der Hintertortribüne mit Blick auf die Choreo der Heimtribüne auf das Spielfeld. Direkt oberhalb des Spielertunnels wird die neue Kindertribüne platziert, der Nachwuchs der Fans ist so seinen Liebsten am nächsten. Seitlich erhält der angrenzende Hospitalitybereich der Südtribüne einen exklusiven Tunnel-Club, so können auch die Großen Ihren Aufstiegshelden nah sein.
Der inklusive Entwurfsansatz prägt alle Tribünen. Es besteht die Möglichkeit, sowohl als Ultra auf der Heimkurve, als Fan der Gastmannschaft im Gästeblock oder in der VIP-Premiumloge, das Spiel barrierefrei mitzuerleben. Trotz der Neubaumaßnahmen bleiben die vier markanten Flutlichtmasten, die bei modernen Stadien kaum noch zu finden sind, als wesentliches Merkmal der Bremer Brücke funktionstüchtig bestehen. Auch die Pylonenkonstruktion, die zukünftig wieder das gesamte Dach tragen wird, wurde aufgegriffen und neu interpretiert. So bildet in Zukunft die überhöhte Haupttribüne im Süden die neue Adresse des Stadions.
Vor unserem Vorentwurf, den wir gemeinsam mit unseren Wiener Kollegen von RAUM+ erarbeitet haben, wurde uns auf der Heimtribüne das Spruchband „Mythos Bremer Brücke erhalten“ hochgehalten. Nach der Vorstellung des aktuellen Entwurfskonzeptes vor 700 Fans gab es großen Applaus – der Mythos Bremer Brücke bleibt erhalten.


VgV-Verfahren:
07 | 2025
Bauherr:
VfL Osnabrück Stadion GmbH & Co. KG, Osnabrück
vertreten durch VFL Osnabrück Stadion Verwaltungs GmbH, Osnabrück
Standort:
Osnabrück
Grösse:
ca. 12.500 qm BGF
Leistungen:
LP 1-9 | Generalplanung
Mitarbeit:
J.Wätke, L.Schröder, I.Bosenko, M.Profazi, H.Löhmann, J.Wahl, J.Pohl, N.Tiemann, D.Miusova, J.Lübke, J.Stüler, M.Moro, C.Thieleke, P.Evers
Planungspartner:
Generalplanung: ppp architekten + generalplaner
Objektplanung: ppp architekten + generalplaner mit RAUM+, Wien
Elektro | Brandschutz: Schlüter + Thomsen Ingenieurgesellschaft, Neumünster
Technische Gebäudeausrüstung: DBS Ingenieure, Mülheim an der Ruhr
Tragwerk | Energie | Akustik: Fast + Epp, Darmstadt
Freianlagen: Siller Landschaftsarchitekten, Kiel
Ingenieurbauwerke: W² Ingenieure, Hohenwestedt
Wind Engineering: Wacker Ingenieure, Birkenfeld
Visualisierungen:
ppp architekten







